Nachrichten

Strom-Test: Global 2000 und WWF sehen Defizite bei Naturschutz

153Views

Wien – Die Umweltschutzorganisationen Global 2000 und WWF Österreich haben 148 Stromanbieter auf dem österreichischen Markt untersucht und auf ihre Ausrichtung zu einer naturverträglichen Energiewende bewertet. Das Ergebnis: Nur fünf Anbieter haben es in die Top-Kategorie „Treiber der Stromzukunft“ geschafft, gefolgt von elf Anbietern in der zweitbesten Kategorie „Solide Grünstromanbieter“. Bei den restlichen Anbietern sehen die Umweltschutzorganisationen massiven Verbesserungsbedarf.

Auch die Tiroler Anbieter sind in der Auflistung vertreten. So liegen die Stadtwerke Wörgl im Ranking auf Platz 14 und zählen damit für die Umweltschutzorganisationen zu den „Soliden Grünstromanbietern“. Im hinteren Feld landete die Tiwag. Der Landesversorger hat allerdings bei der Befragung heuer nicht mitgemacht, wie die Tiwag auf Nachfrage bestätigt. Auch die restlichen Anbieter in Tirol haben laut Global-2000-Ranking an der Befragung nicht teilgenommen. Daher seien diese laut Global 2000 nur auf der Basis öffentlicher Dokumente bewertet worden.

Intransparenz auf dem österreichischen Markt

Für den Stromanbieter-Check wurden, so die Umweltschützer, zusätzlich zu den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestanforderungen der Stromkennzeichnung – wie dem Grünstromanteil und dem Einsatz heimischer Nachweise – die Unternehmensstrategie, der Ausbau von Erneuerbaren, die Naturverträglichkeit der Kraftwerke sowie Energiespar-Anstrengungen bewertet.

Generell kritisieren Global 2000 und WWF auch die Intransparenz auf dem österreichischen Markt. Zudem sei es gesetzlich immer noch erlaubt, zugekauften Strom mit zugekauften Herkunftsnachweisen nachträglich zu „begrünen“. „Es gibt große Defizite bei der Verbindung von Klima- und Naturschutz, die rasch aufgeholt werden müssen“, so WWF-Sprecher Karl Schellmann. Bis 2030 wolle Österreich 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen – aber das dürfe und könne nicht ohne „einen klaren Rahmen zu Naturverträglichkeit und eine unmissverständliche Deklaration der Stromherkunft gehen“.

Source- tt.com

Vance Fable
the authorVance Fable